Fragen und Antworten
Wir möchten Sie umfassend über den geplanten Rechenzentrumsstandort und die damit verbundenen Entwicklungen in Nierstein und Umgebung informieren. Um größtmögliche Transparenz zu schaffen, beantworten wir hier alle eingehenden Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zu der Bedeutung der Rechenzentren für die Verbandsgemeinde Rhein-Selz.
Antworten zu Fragen, die den Planungsprozess und die technischen Gegebenheiten der Rechenzentren betreffen, finden Sie auf der Projektseite unseres Partners NTT DATA: hier ↗Was bringt uns als einzelner Bürgerin, als einzelnem Bürger ein großes Rechenzentrum?
Unsere Kinder haben gute Aussichten auf einen modernen Arbeitsplatz, die Infrastruktur der VG Rhein-Selz wird belebt, was wir im Alltag bei Kultur- und Sportangeboten spüren werden, auch bei Bildungseinrichtungen und weiteren öffentlichen Angeboten.
Was bringt ein großer Rechenzentrumsstandort der VG Rhein-Selz?
Es macht unsere Region attraktiv und modern. Wir bekommen neue Arbeitsplätze, mehr Steuereinnahmen und unsere ganze Region wird belebt.
Wie viele neue Arbeitsplätze wird es geben?
Der Projektpartner geht davon aus, dass allein von NTT DATA etwa 400 meist hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Hinzu kommen nochmals ca. 300 Arbeitsplätze, die von den Kunden der Rechenzentren geschaffen werden. Es werden unterschiedliche Berufe benötigt: Vom Hausmeister bis zum IT-Techniker. Von der Sicherheitsspezialistin bis zur Programmiererin. Der geplante Rechenzentrumscampus wird außerdem eine Reihe qualifizierter Ausbildungsmöglichkeiten für die Region schaffen.
Wie wird sich der Verkehr rund um das Rechenzentrum verändern?
Nach aktuellen Abschätzungen nimmt der Verkehr zwar zu, aber nur so viel, wie im Falle eines neuen Supermarktes in Nierstein oder Undenheim. Im Alltag werden wir die Zunahme nicht sonderlich merken. Das bestätigen die ersten Fachgutachten.
Wird es Abwärme geben und kann diese genutzt werden?
Ja, Abwärme gibt es. NTT DATA schafft die technischen Voraussetzungen für die Abgabe der realistisch erwartbaren Abwärme. Im städtebaulichen Vertrag hat sich NTT DATA außerdem dazu verpflichtet, die Wärmeplanung der Stadt Nierstein sowie den Bau eines kommunalen Wärmenetzes (sofern dieses die Abwärme aus den Rechenzentren einbezieht) mit einem Gesamtbetrag von insgesamt bis zu 8 Mio. Euro zu unterstützen.
Die Verbandsgemeinde Rhein-Selz hat im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung eine erste Bestands- und Potenzialanalyse für die Region durchgeführt. Aktuell arbeitet sie gemeinsam mit einem Expertenkreis am ersten Teil einer Machbarkeitsstudie für ein kommunales Wärmenetz.
Wird der Rechenzentrumsstandort einen Einfluss auf das Klima haben?
Im Rahmen des Planungsprozesses hat NTT DATA eine Reihe renommierter unabhängiger Fachgutachter beauftragt, die neben privaten Unternehmen auch die öffentliche Hand zu ihren Auftraggebern zählen.
Die Berechnungen von ÖKOPLANA und GEO-NET Umweltconsulting basieren auf wissenschaftlich anerkannten Modellen und ergeben, dass die Rechenzentren in den benachbarten Ortsgemeinden sowie den Landwirtschafts- und Weinanbauflächen keine spürbare Veränderung der Luftströmung und -Temperaturen verursachen werden. Das gilt selbst für den Fall, dass die gesamte anfallende Abwärme ungenutzt an die Umgebung abgegeben würde. Die Berechnungen schließen neben der Abwärme, die durch den Serverbetrieb anfällt, auch die durch den Testbetrieb der Notstromaggregate erzeugte Abwärme ein.
Wenn wir mehr Arbeitsplätze in der Region haben, brauchen wir doch auch mehr Infrastruktur?
Ja, die brauchen wir. Die geschätzt 400 neuen Arbeitsplätze sind gut verkraftbar und eine positive Sache für unsere Region. Für den Wohnungsmarkt bedeutet das: mehr Stabilität. Für Schulen und Kitas werden die entsprechenden Bedarfszahlen angepasst.
Bekommen die Kommunen mehr Steuern?
Ja, das bekommen sie. Der Projektpartner NTT DATA hat zugesagt, dass die Gewerbesteuer vor Ort bleibt. Gut für die Stadt Nierstein und die gesamte Verbandsgemeinde.
Durch den Betrieb von Kühlanlagen und Netzersatzanlagen können Geräuschemissionen entstehen, diese werden jedoch nicht die gesetzlich festgelegten Maximalwerte (entsprechend der TA Lärm) überschreiten. Die aktuellen Lärmgutachten bestätigen, dass es keine hörbaren Geräusche in den umliegenden Gemeinden geben wird.
Wieviel Wasser braucht das Rechenzentrum?
In den geplanten Rechenzentren kommt ein System mit sogenannter „Trockenkühlung“ zum Einsatz, das mit geschlossenen Kühlwasserkreisläufen arbeitet. Ein System mit Verdunstungskühlung, das gerade im Sommer einen sehr hohen Wasserverbrauch hätte, ist nicht vorgesehen. Der Wasserverbrauch wird daher im Vergleich zu vielen anderen Rechenzentren sehr gering sein. Es wird darüber hinaus auch eine Regenwasseraufbereitung geben, die hauptsächlich für die Bewässerung der Grünflächen auf dem Gelände genutzt wird.
Wie wird das Rechenzentrum in Nierstein das Landschaftsbild verändern?
Die Sichtbarkeit von Gebäuden und Schornsteinen wird abhängig sein von Blickrichtung und Nähe. Ziel der Planung ist es, die Gebäude der Rechenzentren bestmöglich in das Landschaftsbild zu integrieren. Dazu gehören auch der Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen, die die Sichtbarkeit der Rechenzentren begrenzen – einschließlich der Einfriedung und Zaunanlage. Das Aussehen der Gebäude wird zudem deutlich davon beeinflusst werden, wie die Außenfassaden gestaltet werden. Neben der Farbgebung spielt z. B. auch eine Rolle, dass die Fassaden zum Teil begrünt und, wo sinnvoll und technisch möglich, mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet sein werden. Die Detailplanung wird sich in den kommenden Monaten konkretisieren.
NTT DATA setzt bereits vor Baubeginn umfangreiche Umwelt- und Artenschutzmaßnahmen um. Dazu gehören die Installation von Nistkästen sowie eines Schwalben- und Starenturms mit zusätzlichen Quartieren für Fledermäuse, die Einrichtung eines Reptilienschutzzauns und die regelmäßige Erfassung sowie Nachkartierung geschützter Tierarten. Die Umsetzung wird während der gesamten Bauvorbereitung und Bauphase durch eine ökologische Baubegleitung überwacht und eng mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.
Darüber hinaus hat sich NTT DATA sieben externe Ausgleichsflächen mit insgesamt 16,4 Hektar gesichert. Dort wird unter anderem intensiv genutztes Ackerland in eine extensive Landwirtschaft überführt, zusätzlich wird naturnahes Grünland geschaffen, Feldhecken gepflanzt und blütenreiche Randstreifen angelegt. Darüber hinaus entstehen Ersatzlebensräume für Zauneidechsen sowie neue Lebensräume und Nisthilfen für verschiedene Vogel- und Fledermausarten.
Wie wird die Energieversorgung des geplanten Rechenzentrumscampus sichergestellt?
NTT DATA hat im März 2025 das Angebot des überregionalen Versorgungsunternehmens zur Herstellung des Netzanschlusses angenommen. Perspektivisch werden alle Rechenzentren von NTT DATA in Deutschland den gesamten Strombedarf bilanziell aus erneuerbaren Energien decken. Dafür werden Stromeinkaufsverträge (Power Purchase Agreements), vorwiegend mit Anbietern aus Deutschland, geschlossen. Die direkte Einbeziehung von Strom aus Windparks oder von Photovoltaikanlagen in der Region ist langfristig eine interessante Option und wird während des Ausbaus des Campus laufend geprüft werden.
Darüber hinaus werden die Fassaden der geplanten Rechenzentrums-Gebäude, wo es technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet. Die entsprechenden Detailplanungen werden in den kommenden Monaten konkretisiert.
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Beschwerderecht (Art. 13 Abs. 1 lit. e DS-GVO)
Jede betroffene Person hat das Recht auf Beschwerde beim Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, wenn sie der Ansicht ist, dass ihre personenbezogenen Daten rechtswidrig verarbeitet werden:
Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Rheinland-Pfalz, Hintere Bleiche 34, 55116 Mainz, Tel.-Nr.: 0 61 31 / 89 20 0, Fax: 0 61 31 / 89 20 29 9, E-Mail: poststelle@datenschutz.rlp.de
Stand der Information 05.12.2024
Ansprechpartner
Jochen Schmitt, Stadtbürgermeister der Stadt Nierstein
Martin Groth, Bürgermeister der VG Rhein-Selz
Fragen und Anregungen?
Schreiben Sie an buergerinfo@rheinselzpark.de